Das Google-Profil bringt die Anrufe, nicht die Seite
Wenn ich mit einem Handwerksbetrieb aus der Ortenau über seine Website spreche, geht es fast immer zuerst um die Seite selbst: Design, Fotos, Ladezeit. Das Google-Unternehmensprofil — der kostenlose Eintrag mit Karte, Öffnungszeiten und Sternebewertung, der bei einer Suche wie „Elektriker Achern" ganz oben erscheint, noch vor den Website-Links — wird dabei fast immer übersehen. Dabei ist genau das der Ort, an dem bei Handwerkern die meisten Anrufe entstehen: jemand tippt unterwegs auf dem Handy eine Suche ein, sieht drei Betriebe mit Karte und Bewertung, und ruft den an, der aktuell und vertrauenswürdig wirkt. Die Website kommt danach, wenn überhaupt.
Warum die Website allein nicht reicht
Eine schöne Website ändert nichts daran, wenn das Google-Profil eines Betriebs veraltete Öffnungszeiten zeigt, seit zwei Jahren kein neues Foto bekommen hat oder eine unbeantwortete Ein-Stern-Bewertung ganz oben steht. Für den Suchenden ist das Profil oft der erste und einzige Kontaktpunkt — er entscheidet dort, nicht auf der Startseite. Ich habe das bei den Handwerk-Ortenau-Seiten, die ich zuletzt gebaut habe (Schreinerei, Dachdecker, Fliesenleger und Elektriker), deshalb bewusst so aufgebaut, dass der Hinweis auf ein gepflegtes Google-Profil Teil des Angebots ist, nicht ein Zusatz, an den später vielleicht noch gedacht wird.
Was am Profil überhaupt zu tun ist
Ein Google-Unternehmensprofil ist nicht „einmal einrichten und fertig". Es lebt von Kleinigkeiten, die einzeln unwichtig wirken und in Summe entscheiden, ob der Eintrag noch als aktiv gilt:
- Öffnungszeiten stimmen — auch an Feiertagen und in der Betriebsferien-Woche. Ein Betrieb, der als „geöffnet" angezeigt wird, aber nicht rangeht, verliert den Anruf und oft auch die nächste Suche desselben Kunden.
- Neue Fotos regelmäßig — Baustellen, fertige Arbeiten, das Team. Ein Profil ohne neue Bilder seit Monaten wirkt für Google und für Menschen wie ein verlassener Laden, selbst wenn der Betrieb voll ausgelastet ist.
- Bewertungen beantworten — positive kurz und persönlich, kritische ruhig und sachlich. Eine unbeantwortete schlechte Bewertung bleibt für jeden späteren Besucher stehen, eine beantwortete zeigt, dass jemand hinschaut.
- Kurze Beiträge posten — ein Angebot, ein Saisonhinweis, ein abgeschlossenes Projekt. Google zeigt aktive Profile bevorzugter an als solche, die seit Jahren still liegen.
Keiner dieser Punkte ist für sich schwierig. Schwierig ist, sie jeden Monat tatsächlich zu erledigen, wenn der Alltag im Betrieb aus Baustellen statt aus Bildschirmarbeit besteht — und genau da bleibt es in der Praxis meistens liegen.
Was ich im Abo dafür übernehme
Im Webseitenpflege-Abo, das ich für Handwerksbetriebe in der Ortenau anbiete, ist die Profilpflege deshalb fest eingeplant und kein Nebensatz: Ich halte die Öffnungszeiten aktuell, trage neue Fotos ein, sobald mir welche vorliegen, formuliere Antworten auf Bewertungen zur Freigabe durch den Betrieb und setze in regelmäßigen Abständen kurze Beiträge. Elvis prüft jede Antwort auf eine Bewertung, bevor sie tatsächlich veröffentlicht wird — bei einem Kundenkontakt mit echtem Namen automatisieren wir nichts blind durch. Am Monatsende steht das im kurzen Bericht, den jeder betreute Betrieb bekommt: was am Profil verändert wurde und warum.
Ein Profil ist etwas anderes als das strukturierte Datenformat auf der Website
Ich habe vor kurzem in einem anderen Beitrag darüber geschrieben, dass ich bei drei Demoseiten das fehlende strukturierte Datenformat (JSON-LD) nachgetragen habe — die Maschinen-lesbare Zusammenfassung, die Google aus der Website selbst zieht. Das Google-Unternehmensprofil ist etwas anderes und Betriebe verwechseln beides gern: Das eine ist ein technisches Detail auf der eigenen Seite, das andere ein eigenständiger, kostenloser Eintrag bei Google, getrennt von der Website und mit eigenem Login. Beide zusammen ergeben erst das vollständige Bild, aber wenn ich mich für einen Betrieb entscheiden müsste, welcher zuerst gepflegt wird, wäre es fast immer das Profil — weil es direkt sichtbar ist, bevor überhaupt jemand auf die Website klickt.
Woran ich ein vernachlässigtes Profil erkenne
Wenn ich für einen neuen Betrieb in der Ortenau recherchiere, schaue ich mir sein Google-Profil an, bevor ich über die Website spreche. Typische Zeichen für Vernachlässigung: das letzte Foto ist älter als ein Jahr, es gibt drei oder vier Bewertungen ohne eine einzige Antwort, die Kategorie des Eintrags passt nicht mehr zum tatsächlichen Angebot, oder die Webseiten-Verlinkung im Profil zeigt noch auf eine längst abgelöste alte Seite. Keiner dieser Punkte ist dramatisch für sich — in Summe wirken sie auf einen Suchenden aber wie ein Betrieb, der entweder nicht mehr existiert oder sich nicht kümmert. Genau diese Summe ist es, die den Anruf beim Wettbewerber auslöst statt beim eigenen Betrieb.
Wo das für mich gerade ansetzt
Bei den vier Gewerke-Landingpages, die ich diesen Monat für Schreinereien, Dachdecker sowie Fliesenleger und Elektriker in der Ortenau gebaut habe, ist der Hinweis auf das Google-Unternehmensprofil deshalb an prominenter Stelle mit drin, nicht in einem Absatz weiter unten. Wer eine Website bei mir bestellt, soll von Anfang an verstehen, dass der wichtigere Hebel oft nicht die neue Seite ist, sondern der Eintrag, der schon existiert und nur niemand pflegt. Für einen Betrieb, der noch kein Profil hat, ist das Anlegen der erste Schritt vor jeder Website-Überlegung — für die meisten geht es aber darum, ein bestehendes, aber vernachlässigtes Profil wieder in einen Zustand zu bringen, in dem es tatsächlich Anrufe auslöst.
Das ist auch der Grund, warum ich die Profilpflege nicht als optionales Extra verkaufe, sondern als Grundbestandteil der Betreuung ansehe: Eine neue Website ohne gepflegtes Profil ist wie ein neu gestrichener Laden mit einem verstaubten Schild davor — der eigentliche erste Eindruck entsteht woanders, als man denkt.
Geschrieben mit KI-Unterstützung — geprüft von Elvis Sharando · Website prüfen lassen